Mobile stationäre Versorgung ersetzt Krankenhäuser?

Über die Versorgung der ländlichen Region nach Schließung eines Krankenhauses

Wenn der Patient nicht mehr zum Krankenhaus kommen kann, weil nämlich keines mehr da ist, warum kommt dann das Krankenhaus nicht zum Patienten?

Wenn Krankenhäuser geschlossen werden, bangen alle um ihre gesundheitliche Versorgung. Die Schließung an sich wird torpediert, weil keine Anschlußversorgung in Sicht ist oder im System vorstellbar erscheint. Krankenhausträger werden dann an den Pranger gestellt und in einem Zuge auch für den oft schmerzhaften Verlust von Wirtschafts- und Kaufkraft in der Region verantwortlich gemacht.

Gesucht wird nun ein Konzept, dass sowohl Zustimmung zur Schließung des Krankenhauses erzeugt, als auch politische Akzeptanz erhält und wirtschaftlich tragfähig ist.

Das Ziel könnte also sein:

Die Schließung eines Krankenhauses (oder vielleicht dann auch sogar mehrerer Krankenhäuser) mit einem positiven Gegenkonzept beantworten und dadurch die Schließung mit Zustimmung aller durchführen!

Stärken und Chancen aufzeigen statt vor einer Bürgerversammlung über Nachteile und Schwächen zu sprechen!

Als Krankenhausträger soziale Verantwortung übernehmen und die Aufmerksamkeit der politischen Vertreter positiv nutzen, um neue, ertragreiche Konzepte zu etablieren und Fördergelder zu beantragen!

Unser Vorschlag:

wir halten das Konzept der mobilen stationären Versorgung nun reif für weitere Überlegungen, auch und gerade in Verhandlungen über die Schließung eines Krankenhauses. Den Markt behalten ohne die Kosten vorzuhalten, dieses Ziel soll mit der mobilen Lösung erreicht werden.

Die mobile Lösung besteht aus einem Krankenhaus-Truck. Ein einziger Truck könnte eine ganze Region versorgen, eingesetzt als Facharztzentrum-Truck Patienten aufnehmen, ambulant versorgen und als Krankenhaus-Truck in kleinem Umfang röntgen, operieren und behandeln.

Warum nutzen wir nicht das Straßennetz und fahren regelmäßig mit einem mobilen Krankenhaus à la CocaCola-Truck die verschiedenen Dörfer an? Es gibt Raum für kleine operative Eingriffe und Untersuchungen. Die Patienten lassen sich behandeln und verlassen den Truck vor dessen Abfahrt. Ein mobiles Facharztzentrum hat vorab die Termine koordiniert und die Patienten einbestellt. Die Nachsorge erfolgt durch mobile Dienste. Nur eine Vision?

Oder die vorteilhafte Alternative, mit der Zukunft signalisiert und die Zustimmung zur Schließung eines Krankenhauses nicht mehr diskutiert wird?

Wenn Sie mit uns diskutieren möchten oder mit unseren strategischen Visionen Ihr Krankenhaus neu aufstellen möchten, mailen Sie uns an, wir freuen uns, für Sie mitdenken zu dürfen!!

Innovationsfonds: No-Go für kleine kreative Ideen

Glaubten wir doch anfangs naiv an den Innovationsfonds mit seinen Projekten für neue Versorgungsformen: jährlich 300 Millionen stark, engagiert, will die Gesundheitswelt verändern.
Glaubten wir an unsere Projektidee, wie wir Krankenhäuser entlasten und gleichzeitig eine Sterbebegleitung für „normal“ Sterbende in das bestehende System einführen könnten.
Glaubten wir an eine würdevolle Projektidee, die gleichzeitig der Ethik und den ökonomischen Ansprüchen unserer Zeit gerecht wird.
Doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirt, hier namentlich die Antragskriterien des Innovationsfonds gemacht. Projektleiter, Konsortialpartner sowie Evaluierungspartner sollen ihre Expertise durch ihre bisherigen Forschungsergebnisse und Veröffentlichungen sachgerecht nachweisen. Die Projektkosten für Mitarbeiter werden nach öffentlichem Tarif angesetzt (nur in Ausnahmefällen abweichend) und die Krankenkasse ist bereits ins Projekt einzubinden.
Mit diesen Voraussetzungen sind die meisten Praktiker im Gesundheitswesen von der Antragstellung für neue Versorgungsformen ausgeschlossen.
Die Projektförderung 2016 beweist das sehr eindeutig:
26 Projekte wurden im ersten Jahr gefördert, 15 davon wurden von Universitäten eingereicht oder unterstützt, weitere 9 von Krankenkassen. Das sind 92% der genehmigten Anträge! (Quelle: G-BA, Innovationsausschuß )
Aus dem Innovationsausschuß war zu erfahren, dass Anträge unter 1 Mio Projektkostenumfang sowieso gar nicht berücksichtigt würden.
Wunderbar, kann ich da nur sarkastisch sagen, so scheint der Innovationsfonds ein verkappter Topf von Forschungsmitteln für universitäre Einrichtungen zu sein.
Erinnern wir uns noch einmal:
Einen Beitrag zum Abbau der Sektorengrenzen zwischen der ambulanten und stationären Versorgung soll der Innovationsfonds leisten.
Statt dessen setzt er so hohe Hürden, dass er sich zum No-Go für kleine, kreative Projektansätze von Praktikern entwickelt, die pragmatisch und schnell sinnvolle sektorenübergreifende Veränderungen einführen möchten.
Aber wir bleiben dran! Reichen auch Sie Ihre Ideen in den Innovationsfonds ein, damit die Forschungseinrichtungen nicht unter sich bleiben! „En Marche“ möchte man da rufen…..
Update vom 10.05.17
Gegendarstellung der Stabsabteilung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, Gemeinsamer Bundesausschuss

„In Ihrer gestrigen Pressemitteilung schreiben Sie: „Aus dem Innovationsausschuß war zu erfahren, dass Anträge unter 1 Mio Projektkostenumfang sowieso gar nicht berücksichtigt würden.“ Die Aussage entspricht nicht den Tatsachen. Unter den Projekten, die bisher positiv beschieden wurden, befinden sich mehrere mit einer Fördersumme von unter 1 Mio Euro.“

Update2 vom 10.05.2017

Die Stabsabteilung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, Gemeinsamer Bundesausschuss teilt mit, dass die geförderten Projekte auf der Website des Innovationsausschusses veröffentlicht sind: https://innovationsfonds.g-ba.de/projekte/

Unsere Recherche: es gibt bislang 29 gelistete Projekte für die neuen Versorgungsformen. 1 Projekt hat eine Fördersumme < 1 Mio Eur. Unsere telefonische Nachfrage, ob es vielleicht gar keine Beantragungen mit Foerdersumme kleiner 1 Mio gegeben habe und damit ein falscher Eindruck der Bewillingungssumme entstünde, wurde leider nicht beantwortet.